Poisoned Family Crime Description Poem

Description of a terrible murder that occurred in Weegelingen in Thüringen toward the end of 1818; a daughter poisoned 6 people, including her father, mother, brother, her brother's wife, and the housemaid. Included is a description of her execution in which her right hand was chopped off shortly before she was quartered.

A girl poisoned her family in oder to inherit their wealth.  She used arsenicum and put it in the dough that her mother was making.  This poem is different from the other 6 moral poems in the exhibit.  It is not titled as a Moralrede, but this poem does fit the criteria of being a moral poem by describing the crime and telling of the girl's fate, which was to be executed. 

 

Poisoned Family Crime Description

 

Hoert eine Mordgeschichte an

Die schröcklich ist zu lesen,

Kein ähnlich Beyspiel sahe man,

Das schröcklicher gewesen

Ein boeses Weib würgt Menschen hin,

Um ihren habsuchttSvollen Sinn.

Noch siehet man das Haus alldor

 Ganz leer und Oede,stehen.

Wo dieser unerhoerte Mord

So grausam ist geschehen;          . ..

Ein Graun den Wanderer überzieht.

Wenn er es nur von ferne steht.

Ein Landmann, "der im Wohlstand war,

 Frau und zwey Kinder hatte,

Der lebte noch vor einem Jahr .

Froh dort in jener Rathe

Sein Sohn war mannbar, frey't und nahm

 Den Hof, der Ihm zu Erbe kam.

Es fand sich auch ein Bräut'gam an.

Der bald die Tochter holte.

Das was nun zwar reicher Mann

Den sie gar gerne wollte;

Doch war er brav und reger Fleiß

Errang ihm überall den Preiß.

Die Tochter war sehr misvergnuegt

Den Bruder reich zu sehen.

Und ausgesteurt nach Recht und Pflicht

vom hofe so zu gehen;

Sie sinnt nun nach auf einen Plan,

Wodurch sie alles erben kann

Sie geht zur Stadt, wo sie bekannt

und sucht da zu erhalten

Ein Gift, Ursenicum gennant,

es wird ihr vorenthalten,

doch Luegen halfen ihr- sie sagt

Sie sey von Ratten sehr geplagt

Sie geht nun froh und wohlgemuth,

den Plan auch auszufuehren,

und denkt, es geht schon alles gut,

man muss nicht Zeit verlieren.

Sie kommt nun hin ins Elternhaus

Und findet sie beym Kirmesschmauss

Die ihrigen sind alle froh,

sie bey sich heut zu sehen,

an einem Feste, das sie so,

in jedem Jahr begehen

Sie stellt sich freundlich, tanzt und lacht,

und denkt ist nur dein Plan vollbracht.

Forh, bis der hahn am Morgen kraeht.

War alles auf den Beinen,

Es ward getanzt, es ward gedreht,

vom Grossen bis zum kleinen;

Doch, ach!-- Der Sonne schoener Strahl

Begruesste sie zum letzten Mal

die Mutter macht zum Mittagsmahl

nun wieder Anstalt heute

es waren sechse an der Zahl

Ins haus gehoernde Leute:

die alten Eltern Frau und Sohn,

und Knecht und Magd in Bord und lohn.

die Mutter knetet einen Taig,

um Kloesse draus zu machen,

die Tochter zu ihr sogleich

und spricht von andern Sachen,

so unvermerkt versteckt und fein,

Thut sie das Gift ins Mehl hineine

Sie bleibt nicht lange mehr, da nun

die schwarze That geschehen;

sie sagt sie woll um auszuruh'n,

zu haufe wieder gehen;

geht nun auch ganz vergneugt und leicht,

und denkt, bald ist sein Zweck erreicht

Ja Fuerie, das wird er bald,

Bald wird dein Werk geschehen,

Sechs Menschen wirst du nun bald kalt,

und leblos vor dir sehen.

Doch Thoerin, glaub', dass Gott es sah,

ein schröcklich Ende ist dir nah.

Der Mittag rueckte schnell heran,

man setzte sich zum Essen,

die Kloesse schmeckten jedermann,

doch plagte unterdessen

den alten Vater Uebelkeit

und Schmerz im Leibe, dass er schreit

Die Wirkung wurde allgemein,

Sie fuehlten Todesschmerzen;

Die Nachbarn hoerten nun ihr Schrei'en

mit wehmuthsvollem herzen

Erschienen sie, doch keiner war,

der Steuern konnte der Gefahr.

Sie sterben alle, Weib und Mann,

und Knecht und Magd darneben.

Die Nachbarn seh'n ihr Ende an

mit Schaudern und mit Beben

Sie holten einen Arzt herben,

zu seh'n was hier zu machen sey

Der Arzte erschien, die Sache ward

Gereichtlich aufgenommen,

die Tochter, die des Ausgangs harrt,

war auch mit angekommen

Sie stellt sich klaeglich heult und schreit

als thaete ihr dies herzlich leid.

die Sache wurde bald bekannt

Im nahgeleg'nen Staedtchen

ein Buerger kam gleich angerannt

Sagt aus, das dieses Maedchen

Arsenicum bey ihm geholt,

Womit es Ratten toedten wollt.

Sie wurde nun gleich eingesperrt

Ihr Urtheil bald gesprochen,

und ihre That so unerhoert

auch bald an ihr gerochen,

die Strafe war der That nun gleich,

hoert an, ich wills erzaehlen Euch.

die rechte hand ward abgehau'n,

Ihr Körper in vier Theile

Zerrissen- schröcklich anzuschau'n

war diess, ihr Angstgeheule

durchtoente auch die trübe Luft

der Rabenstein ward ihre Gruft.

nehmt dieses Lied zu herzen nun,

Ihr Menschen die ihrs leset;

Send immer gut in Eurem Thun;

bis dass ihr einst verweset;

So habt ihr Achtung, Lieb und Lohn,

Auch hier auf dieser Erde schon.

 

 

 

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